Die Frage nach den Kosten von 3D-Druckern ist komplex und die Antworten können preislich stark variieren. Obwohl die additive Fertigung verschiedene Technologien umfasst, hat sich der Harz-3D-Druck – einschließlich Stereolithografie (SLA), Digital Light Processing (DLP) und Masked Stereolithography (MSLA) – eine eigenständige und wichtige Nische geschaffen. Im Gegensatz zum filamentbasierten Verfahren Fused Deposition Modelling (FDM), das aufgrund seiner Erschwinglichkeit und der Herstellung robuster, funktionaler Teile oft bevorzugt wird, ist der Harzdruck unangefochten führend bei Anwendungen, bei denen mikroskopische Details, glatte Oberflächen und komplexe Geometrien entscheidend sind. Der Preis eines Harz-3D-Druckers kann von unter 200 US-Dollar für Einsteigergeräte bis weit über 10.000 US-Dollar für hochentwickelte Industriesysteme reichen.

Dieser Leitfaden bietet einen umfassenden Überblick über den Markt für Harz-3D-Drucker und unterteilt ihn in drei Kategorien: Einsteiger, ambitionierte Hobbyanwender/Mittelklasse und Profis. Durch die Betrachtung von Preisen, Funktionen und idealen Anwendern jeder Kategorie können potenzielle Käufer eine fundierte Entscheidung treffen. Darüber hinaus berücksichtigt diese Analyse neben der anfänglichen Hardware-Investition auch die Gesamtbetriebskosten – ein wichtiger Faktor, der laufende Ausgaben für Materialien, notwendige Nachbearbeitungsgeräte und langfristige Wartung umfasst. Das Verständnis dieser Faktoren ist unerlässlich für alle, die die Möglichkeiten des hochauflösenden 3D-Drucks nutzen möchten, sei es für private Projekte oder die professionelle Produktion.

Die Einstiegsklasse: Ihr erster Schritt in die Welt des hochauflösenden Druckens

Das Einsteigersegment bietet den einfachsten Zugang zur Welt des hochauflösenden 3D-Drucks mit Harz. Fortschritte in der Fertigung haben diesen Markt revolutioniert und ehemals exklusive Technologien für jedermann zugänglich gemacht. So können Hobbybastler und Einsteiger mit überschaubarem Budget beeindruckend detaillierte Objekte herstellen.

Preisspanne: Was Sie von einem Einsteiger-3D-Harzdrucker erwarten können

Für Einsteiger ist die Anfangsinvestition überraschend gering. Einsteiger-3D-Drucker mit Harztechnologie kosten in der Regel zwischen 150 und 500 US-Dollar. Zahlreiche Quellen bestätigen diesen günstigen Einstiegspreis; einige leistungsstarke Modelle sind sogar schon für 160 bis 179 US-Dollar erhältlich. Der allgemeine Marktkonsens sieht die Preisspanne für ein zuverlässiges Einsteigergerät zwischen 200 und 300 US-Dollar. Im oberen Preissegment um die 500 US-Dollar findet man meist neuere Modelle mit leichten Verbesserungen, wie beispielsweise einer etwas größeren Bauplattform oder einem Bildschirm mit höherer Anfangsauflösung.

Hauptmerkmale

Die in diesem Segment vorherrschende Technologie ist fast ausschließlich die maskierte Stereolithografie (MSLA). Bei diesem Verfahren wird eine leistungsstarke UV-Lichtquelle durch einen Flüssigkristallbildschirm (LCD) geleitet, der als Maske dient, um eine ganze Schicht flüssigen Harzes in einem Arbeitsgang auszuhärten. Die weite Verbreitung und die sinkenden Kosten von monochromen LCD-Bildschirmen haben maßgeblich zur Erschwinglichkeit dieses Marktsegments beigetragen.

Das Hauptverkaufsargument dieser Geräte ist ihre außergewöhnliche Auflösung. Einsteigerdrucker verfügen häufig über Bildschirme mit 4K-, 8K- oder sogar höherer Auflösung. Da diese hochauflösenden Bildschirme mit einem kleinen Bauraum kombiniert werden, ist die resultierende Pixelgröße (XY-Auflösung) winzig. Dies ermöglicht die Erstellung feinster Details, die selbst die Leistung von High-End-FDM-Druckern übertreffen können.

Diese beeindruckende Detailgenauigkeit hat jedoch einen entscheidenden Nachteil: das Bauvolumen. Der bedruckbare Bereich dieser Maschinen ist typischerweise klein, wodurch sie sich ideal für Projekte wie Tabletop-Miniaturen, Schmuckteile oder kleine Prototypen eignen, aber für große Objekte ungeeignet sind. Die Benutzerfreundlichkeit hat sich zwar in den letzten Jahren deutlich verbessert, erfordert aber immer noch oft manuelle Eingriffe. Das Nivellieren der Bauplatte ist häufig ein manueller Prozess, und die Maschinen müssen unter Umständen häufiger kalibriert und feinjustiert werden, um konsistente Ergebnisse zu erzielen.

HeyGears 3D-gedruckte Warhammer-Miniatur aus PAC10-Resin mit feinen Details und Präzision

Für wen ist ein Einsteigermodell geeignet?

Diese Stufe eignet sich perfekt für verschiedene Nutzergruppen:

  • Hobbyisten und Bastler: Personen, die mit Leidenschaft detaillierte Miniaturen für Tabletop-Spiele, kunstvolle Figuren und andere persönliche Projekte erschaffen, bei denen höchste Priorität auf feinste Details gelegt wird.

  • Studenten und Lehrende: Diese Drucker sind ein erschwingliches und effektives Werkzeug, um Studenten die Prinzipien der hochauflösenden additiven Fertigung näherzubringen.

  • Schmuckdesigner und Kunsthandwerker : Für diejenigen mit begrenztem Budget bieten diese Maschinen eine kostengünstige Methode zur Prototypenerstellung komplexer Schmuckdesigns und zur Erstellung von Modellen für den Feinguss.

  • Preisbewusste Einsteiger: Für alle, die die Möglichkeiten des Harzdrucks ohne große finanzielle Verpflichtungen erkunden möchten und bereit sind, Zeit in das Erlernen der praktischen Aspekte der Technologie zu investieren, ist diese Stufe ein hervorragender Ausgangspunkt.

Die Entstehung dieses dynamischen Einsteigermarktes lässt sich direkt auf die Weiterentwicklung der monochromen LCD-Technologie zurückführen. Frühe Harzdrucker litten unter langen Aushärtungszeiten und Bildschirmen mit sehr kurzer Lebensdauer. Der Wechsel zu monochromen LCDs markierte einen bedeutenden Technologiesprung: Sie ermöglichten eine deutlich schnellere Aushärtung (da sie weniger UV-Licht blockieren) und boten eine Betriebsdauer von Tausenden von Stunden – eine dramatische Verbesserung gegenüber ihren Vorgängern. Mit der Ausweitung der Bildschirmproduktion sanken die Kosten, was den Boom der Harzdrucker unter 500 US-Dollar direkt befeuerte. Dies führte zu einem intensiven Wettbewerb, in dem Funktionen wie 8K-Auflösung, die einst Premium-Geräten vorbehalten waren, heute Standard sind und einen extrem hohen Qualitätsstandard zu einem erschwinglichen Preis setzen.

Der ambitionierte Hobbyanwender und die Mittelklasse: Leistung und 3D-Druckkosten im Gleichgewicht

Die Prosumer- und Mittelklasse der Harz-3D-Drucker schließen die Lücke zwischen gelegentlicher Hobbyanwendung und professioneller Produktion und bieten eine überzeugende Kombination aus fortschrittlichen Funktionen, erhöhter Zuverlässigkeit und einem größeren Gestaltungsspielraum. Dieses Segment richtet sich an Anwender, die die Grundlagen hinter sich gelassen haben und nun höhere Leistung und Konsistenz von ihren Geräten erwarten.

Preisspanne: Investition in fortschrittliche Funktionen

Die Investition in einen 3D-Drucker für ambitionierte Hobbyanwender oder die Mittelklasse liegt typischerweise zwischen 500 und 3.000 US-Dollar. Diese Preisspanne ist etabliert, da verschiedene Marktanalysen ein „Hobbyisten“- oder „Mittelklasse“-Segment ab etwa 500 US-Dollar bis hin zu 1.500 oder 3.000 US-Dollar ausweisen. Der obere Bereich dieser Spanne überschneidet sich mit dem Einstiegspreis für professionelle Desktop-Geräte, die bei etwa 2.000 bis 2.500 US-Dollar beginnen und einen Übergang zu stärker auf den Geschäftseinsatz ausgerichteten Funktionen und höherer Zuverlässigkeit signalisieren.

Was ein höherer Preis bietet: Geschwindigkeit, Größe

Der höhere Preis bietet spürbare Verbesserungen in mehreren wichtigen Bereichen. Das bedeutendste Unterscheidungsmerkmal ist das größere Bauvolumen. Dadurch können Anwender entweder deutlich größere Einzelobjekte drucken oder zahlreiche kleinere Teile gleichzeitig in Serie fertigen, was Produktivität und Durchsatz erheblich steigert.

Diese größere Baufläche wird typischerweise mit größeren Monochrom-Bildschirmen kombiniert. Obwohl die einzelne Pixelgröße mit der einiger Einsteigermodelle vergleichbar sein mag, stellt die Fähigkeit, diese extreme Detailgenauigkeit auf einer deutlich größeren Fläche beizubehalten, eine erhebliche Verbesserung dar. In Kombination mit leistungsstärkeren UV-Lichtquellen erreichen diese Drucker sehr hohe Druckgeschwindigkeiten.

Neben Größe und Geschwindigkeit zahlt sich die Investition durch überlegene Verarbeitungsqualität und Zuverlässigkeit aus. Diese Maschinen verfügen oft über robustere mechanische Komponenten, wie beispielsweise doppelte Linearführungen oder Kugelgewindetriebe in Industriequalität für die Z-Achse. Diese verbesserte Konstruktion minimiert Vibrationen und Z-Wackeln und führt so zu höherer Druckkonsistenz und Zuverlässigkeit über Tausende von Betriebsstunden.

Am wichtigsten ist vielleicht, dass diese Stufe eine Reihe von Komfort- und Automatisierungsfunktionen einführt, die die Benutzererfahrung von manuellem „Herumexperimentieren“ zu optimiertem „Produzieren“ verändern. Zu den gängigen Verbesserungen gehören:

  • Automatische Bauplatten-Nivelliersysteme.

  • Beheizte Harzbehälter, die die optimale Viskosität für gleichmäßiges Drucken aufrechterhalten – ein entscheidendes Merkmal bei der Verarbeitung anspruchsvoller technischer Harze.

  • Integrierte Luftreinigungssysteme zur Beseitigung von Gerüchen, die mit Photopolymerharzen verbunden sind.

  • Wi-Fi-Konnektivität für die Fernverwaltung und -überwachung von Druckern über Desktop- oder mobile Anwendungen.

  • Intelligente Systeme, wie z. B. automatische Harzstanderkennung und Nachfüllmechanismen.

Drucker dieser Kategorie, wie beispielsweise der HeyGears Reflex RS 3D-Drucker , veranschaulichen diese Marktentwicklung durch die Integration professioneller Automatisierungsfunktionen wie Kraftüberwachungssensoren, automatische Nivellierung und intelligente Software-Workflows in eine Plattform, die sowohl für kleine Unternehmen als auch für ambitionierte Kreative zugänglich bleibt.

Ideal für Kleinunternehmen, ambitionierte Hobbybastler und Prototyping

Die Funktionen dieser Stufe sind auf eine anspruchsvollere Nutzerbasis zugeschnitten:

  • Kleinunternehmen und Unternehmer: Einzelpersonen, die Online-Shops betreiben, lokale 3D-Druckdienstleistungen anbieten oder Drucker für die Kleinserienfertigung von Endprodukten verwenden, finden die Zuverlässigkeit und den Durchsatz dieser Maschinen für die wirtschaftliche Rentabilität unerlässlich.

  • Ambitionierte Hobbyisten: Kreative, die höhere Geschwindigkeit, größere Druckformate für ambitionierte Projekte und eine deutliche Reduzierung des Zeitaufwands für Kalibrierung und Fehlersuche fordern.

  • Ingenieure und Produktdesigner: Fachleute, die auf eine hauseigene Maschine für schnelles Prototyping, die Erstellung hochauflösender visueller Modelle und die Durchführung von Passformtests angewiesen sind, bevor sie sich für die hohen Kosten traditioneller Fertigungsmethoden wie Spritzguss entscheiden.

Dieses Segment der ambitionierten Hobbyanwender ist wohl das dynamischste des Marktes. Sein Wachstum wird durch einen starken Feedback-Kreislauf angetrieben: Da Einsteiger an die Grenzen ihrer Geräte hinsichtlich Größe, Geschwindigkeit und Wartungsaufwand stoßen, entsteht eine hohe Nachfrage nach einem leistungsfähigeren und zuverlässigeren Nachfolger. Gleichzeitig werden Funktionen, die einst professionellen High-End-Systemen vorbehalten waren – wie beheizte Farbbehälter und fortschrittliche Bewegungssteuerungen –, in größerem Umfang kostengünstiger realisierbar. Hersteller nutzen dies, indem sie Produkte entwickeln, die diese fortschrittlichen, auf Zuverlässigkeit ausgerichteten Funktionen mit der weiterhin erschwinglichen MSLA-Technologie kombinieren. Das Ergebnis ist eine Kategorie, die sich nicht nur durch Größe oder Geschwindigkeit definiert, sondern durch einen grundlegenden Wandel in der Beziehung des Nutzers zum Drucker: Er entwickelt sich von einem Werkzeug, das ständige Aufmerksamkeit erfordert, zu einem zuverlässigen Gerät, das konstant hochwertige Ergebnisse liefert. Diese Zuverlässigkeit ist die entscheidende Voraussetzung für jede kommerzielle Anwendung und macht dieses Segment zum idealen Einstiegspunkt für den Business-Einsatz.

Die Profi-Klasse: Wenn Präzision und Zuverlässigkeit oberste Priorität haben.

An der Spitze des Marktes für Harz-3D-Druck steht das professionelle Segment. Hierbei handelt es sich nicht nur um Maschinen, sondern um komplette Fertigungslösungen, bei denen die wichtigsten Kriterien die Rentabilität, die Workflow-Integration und die absolute Gewährleistung reproduzierbarer, qualitativ hochwertiger Ergebnisse sind. Für Branchen, in denen Präzision und Zuverlässigkeit unerlässlich sind, stellen diese Systeme eine entscheidende Investition dar.

Preisspanne: Die Investition für industrielle und gewerbliche Nutzung

Die Anschaffungskosten für professionelle Harz-3D-Drucker beginnen bei etwa 3.000 US-Dollar und können deutlich über 25.000 US-Dollar liegen, wobei einige große industrielle Systeme sogar Hunderttausende von Dollar kosten. Dieser Preis spiegelt eine Verschiebung des Wertversprechens wider: vom reinen Hardware-Gedanken hin zum umfassenden Ökosystem und Support, der das System umgibt.

Freischaltung erstklassiger Funktionen: Automatisierung, Spezialmaterialien und Support

Die Anschaffung eines professionellen Druckers bedeutet die Investition in ein komplettes Produktionsökosystem. Dieses umfasst typischerweise den Drucker selbst, eine separate Waschstation und eine Aushärtungsstation. Alle Komponenten sind so konzipiert, getestet und validiert, dass sie nahtlos mit proprietärer Software und Materialien zusammenarbeiten.

Die Automatisierung in dieser Stufe geht weit über die Komfortfunktionen von Mittelklassemaschinen hinaus. Sie umfasst hochentwickelte Systeme wie die automatisierte Harzhandhabung mittels Kartuschen zum Mischen und Dosieren der Materialien, Flottenmanagement-Software zur Steuerung und Überwachung ganzer Druckanlagen und sogar Integrationen für die robotergestützte Teileentnahme im 24/7-Produktionsbetrieb.

Ein entscheidender Wettbewerbsvorteil ist der Zugang zu validierten Spezialwerkstoffen. Professionelle Systeme bieten eine breite Auswahl an technischen Kunststoffen – darunter robuste, hitzebeständige, flexible und biokompatible Varianten –, die strengen Tests unterzogen wurden, um ihre mechanischen Eigenschaften zu gewährleisten. Diese Validierung ist unerlässlich für Branchen wie die Medizintechnik und die Zahnmedizin, in denen Bauteile strengen regulatorischen Standards entsprechen müssen.

Schließlich beinhaltet der höhere Preis auch einen unvergleichlichen Support und Service. Dieser umfasst unter anderem die Installation vor Ort, umfassende Mitarbeiterschulungen und spezielle Servicepläne mit garantierten schnellen Reaktionszeiten. Für jedes Unternehmen bedeuten Druckerausfallzeiten direkte Umsatzeinbußen, weshalb professioneller und zuverlässiger Support ein entscheidender Bestandteil des Gesamtwerts ist.

Zielbranchen: Zahnmedizin, Schmuck, Maschinenbau und Fertigung

Diese High-End-Systeme sind auf spezifische, anspruchsvolle Branchen zugeschnitten:

  • Schmuckherstellung: Professionelle 3D-Drucker werden zur Herstellung von Urmodellen für den Feinguss eingesetzt. Dabei kommen spezielle Gießharze zum Einsatz, die so formuliert sind, dass sie beim Gießvorgang vollständig ausbrennen und keine Ascherückstände hinterlassen. Dies ist entscheidend für die Herstellung makelloser Schmuckstücke aus Edelmetallen.

  • Konstruktion und Fertigung: Diese Systeme dienen der Herstellung funktionaler Prototypen, die auch anspruchsvollen Praxistests standhalten, sowie von Vorrichtungen, Lehren und anderen kundenspezifischen Werkzeugen für Montagelinien. Sie werden außerdem für die Klein- bis Mittelserienfertigung komplexer Endprodukte eingesetzt, bei denen die Kosten für das Spritzgießen zu hoch wären.

In diesem professionellen Segment geht es im Kern um die Reduzierung von Geschäftsrisiken. Der Kunde zahlt einen Aufpreis, um die Risiken der Prozessvalidierung, der Materialforschung und der technischen Fehlersuche an den Hersteller abzugeben. Daher greift ein Vergleich eines professionellen Druckers mit einem Prosumer-Modell allein anhand von Spezifikationen wie der Auflösung zu kurz; das eigentliche Produkt, das verkauft wird, ist Konsistenz, Zuverlässigkeit und die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften.

Unter Berücksichtigung der Gesamtkosten des Harzdrucks

Der Anschaffungspreis eines Harz-3D-Druckers ist nur der erste Posten eines wesentlich größeren Budgets. Um die finanzielle Belastung genau zu beurteilen, müssen die Gesamtbetriebskosten berücksichtigt werden. Diese umfassen die laufenden Materialkosten sowie die Anschaffungskosten für notwendige Nachbearbeitungsgeräte und die langfristige Wartung.

Die laufenden Kosten für Harze und Verbrauchsmaterialien

Photopolymerharz ist der primäre und bedeutendste wiederkehrende Kostenfaktor dieser Technologie. Der Harzpreis variiert stark je nach spezifischen Eigenschaften und Anwendungszweck. Er reicht von nur 20 US-Dollar pro Kilogramm für Standardharze im Großhandel bis weit über 1.000 US-Dollar pro Kilogramm für hochspezialisierte, medizinisch zertifizierte und biokompatible Materialien. Die Materialwahl hängt direkt von den Projektanforderungen ab und hat maßgeblichen Einfluss auf die Gesamtbetriebskosten.

Die folgende Tabelle bietet einen allgemeinen Überblick über die Harzkosten nach Art:

Harztyp

Typische Preisspanne (USD pro 1 kg/1 l)

Primäre Anwendungsfälle und Merkmale

Standardharz

20 bis 70 US-Dollar

Allgemeine Prototypen, Miniaturen und visuelle Modelle. Gute Detailgenauigkeit, aber mitunter zerbrechlich.

Wasserabwaschbares Harz

25 bis 80 US-Dollar

Ähnlich wie Standardharz, lässt sich aber mit Wasser reinigen, wodurch die Verwendung von IPA entfällt.

ABS-ähnliches Harz

40 bis 200+ US-Dollar

Funktionsteile, mechanische Prototypen, Gehäuse. Verbesserte Stoßfestigkeit und Langlebigkeit.

Flexibles Harz

60 bis 250 US-Dollar

Dichtungen, Verschleißteile, Stoßdämpfer. Simuliert die Eigenschaften von Gummi oder TPU.

Gießbares Harz

75 $ - 300 $+

Schmuck- und Zahnmodellformen für den Feinguss. Entwickelt für ein sauberes Ausbrennen ohne Asche.

Biokompatibles Harz

150 $ - 1.000 $+

Medizinische und zahnmedizinische Anwendungen, wie z. B. chirurgische Schablonen und Hörgeräte. Zertifiziert für den Kontakt mit Haut oder Schleimhäuten.

Unverzichtbare Ausrüstung für die Nachbearbeitung: Wasch- und Aushärtungsstationen

Im Gegensatz zum FDM-Druck ist die Nachbearbeitung beim Harzdruck ein obligatorischer Bestandteil des Arbeitsablaufs. Nach dem Druck befindet sich das Werkstück im „grünen“ Zustand – es fühlt sich klebrig an und ist noch nicht vollständig ausgehärtet. Es muss zunächst abgewaschen werden, um alle Harzreste von der Oberfläche zu entfernen, und anschließend mit UV-Licht nachgehärtet werden, um seine endgültige Festigkeit und Stabilität zu erreichen.

Für diesen Prozess werden spezielle Wasch- und Aushärtungsstationen dringend empfohlen. Diese Anlagen, die oft beide Funktionen in einem Gerät oder einem zusammenpassenden Paar vereinen, kosten je nach Größe und Ausstattung in der Regel zwischen 100 und 400 US-Dollar. Neben der Hardware fallen auch für das Reinigungsmittel laufende Kosten an. Isopropylalkohol (IPA) ist das gebräuchlichste Lösungsmittel und kostet üblicherweise 20 bis 40 US-Dollar pro Gallone.

Wartung, Software und langfristige Kosten

Im Laufe der Lebensdauer des Druckers müssen mehrere Komponenten ausgetauscht werden, und es fallen weitere Kosten an. Diese „versteckten“ Kosten sind ein wichtiger Bestandteil der Gesamtbetriebskostenberechnung.

Die am häufigsten benötigten Verschleißteile sind die FEP- oder ACF-Folie am Boden des Harzbehälters. Diese transparente Folie trübt sich mit der Zeit ein und kann versehentlich beschädigt werden, weshalb sie regelmäßig ausgetauscht werden muss. Glücklicherweise handelt es sich dabei um relativ geringe Kosten; Mehrfachpackungen kosten in der Regel zwischen 20 und 50 US-Dollar.

Ein wesentlicherer Kostenfaktor auf lange Sicht ist der LCD-Bildschirm. Moderne Monochrom-Bildschirme haben eine begrenzte Lebensdauer von in der Regel 2.000 bis 3.000 Betriebsstunden. Ein Austausch ist daher unumgänglich. Je nach Größe und Auflösung des Druckers kann ein neuer Bildschirm zwischen 100 und über 350 US-Dollar kosten.

Was die Software betrifft, so sind die meisten Consumer- und Prosumer-Drucker mit hervorragenden kostenlosen Slicer-Programmen kompatibel. Für professionelle und kommerzielle Anwendungen können die Kosten für fortschrittliche CAD-Software und spezialisierte Fertigungsprogramme jedoch erheblich sein. Die Lizenzen reichen von etwa 50 US-Dollar pro Jahr für Maker-Editionen bis zu mehreren Tausend US-Dollar pro Jahr für professionelle Pakete.

Schließlich sollten auch Nebenkosten für Artikel wie Nitrilhandschuhe, Papierhandtücher, Trichter mit Filtern zur Aufbewahrung von ungenutztem Harz und die ordnungsgemäße Entsorgung gefährlicher Abfälle berücksichtigt werden, da sich diese kleinen Ausgaben im Laufe der Zeit summieren.

Ein entscheidender Faktor bei der Bewertung der Gesamtkosten ist das Zusammenspiel von Anschaffungspreis und langfristigen Betriebskosten. Ein Einsteigergerät ist zwar günstig in der Anschaffung, weist aber aufgrund der manuellen Kalibrierung und der weniger robusten Bauweise möglicherweise eine höhere Fehlerrate auf. Jeder Fehldruck bedeutet einen direkten Verlust an Harz und, für Unternehmen, erhebliche Opportunitätskosten durch Zeitverlust. Ein teureres Prosumer-Modell mit automatisierten Funktionen, die Fehler deutlich reduzieren, kann sich im Laufe eines Betriebsjahres als wirtschaftlicher erweisen, da es Material spart und die produktive Betriebszeit maximiert. Dies zeigt, dass der günstigste Drucker nicht immer der kostengünstigste im Betrieb ist.

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